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By Niklas Luhmann

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Genius. The observe connotes a virtually unworldly strength: the ability to create, to know common secrets and techniques, even to ruin. As well known highbrow historian Darrin McMahon explains in Divine Fury, the concept that of genius will be traced again to antiquity, while males of significant perception have been regarded as suggested by way of demons.

Intersections of Gender, Religion and Ethnicity in the Middle Ages (Genders and Sexualities in History)

This choice of essays focuses realization on how medieval gender intersects with different different types of distinction, quite faith and ethnicity. It treats the interval c. 800-1500, with a selected concentrate on the period of the Gregorian reform flow, the 1st campaign, and its associated assaults on Jews at domestic.

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Hier interessiert jedoch vor allem: Was hat all das mit Religion zu tun? Bei einer ideengeschichtlichen Betrachtung fällt zunächst auf, daß im Jahrhundert von Descartes bis Rousseau die neu radikalisierten Denkfiguren der Selbstreferenz (Reflexion), Selbstliebe, Unruhe und natürlichen Unbestimmtheit des Menschen mit einer ausgesprochen antitheologischen, gegen die etablierte Orthodoxie zielenden Stoßrichtung eingeführt worden sind. Das gilt für die pensee des Descartes, für die uneasiness / inquietude (Locke, Condillac), die sich aus der Ablehnung eingeborener Ideen ergibt, für den amour-de-soi Rousseaus, für die Industriosität (rastlose Emsigkeit) der Industriepädagogik, für die anthropologische Unbestimmtheit der Menschennatur in der Soziographie und Historik (z.

Entgegengesetztes (wie: Immanenz und Transzendenz) kann dann nicht mehr als Dasselbe, sondern nur noch durch Dasselbe erklärt werden. Die Transzendenz wird ins Außerweltliche abstrahiert. Der Gottesbegriff sprengt den Weltrahmen, wenn er nicht mehr in der Welt die ungelösten Probleme absorbiert (und das ist möglich, weil dafür jetzt in einer zweiten göttlichen Person ein Platzhalter zur Verfügung steht). D i e Abrundungsfunktion des totalisierenden Gottes - das Theorieproblem der aristotelischen Metaphysik, die im unbewegten Beweger die Diskretheit der Weltzustände und ihrer Veränderungen übergreift - wird aufgegeben, wenn das ens universalissimum zum ens increatum w i r d « .

Wie bei Changierbildern, die man optisch kippen lassen kann, ist der chiffrierte Sinn als Einheit und als Differenz (von Horizont und Identität, Unbestimmtem und Bestimmtem, Notwendigem und Kontingentem, Appräsentiertem und Repräsentiertem) zugänglich - je nachdem, welche Sinnvollzüge angeschlossen werden. Erst der operative Kontext entscheidet, ob es Sinn gibt, auf der Differenz des religiös als Einheit Erlebbaren zu bestehen oder nicht. Verglichen mit der üblichen Religionsforschung sind diese Oberlegungen ziemlich abstrakt formuliert worden, um ein Doppeltes zu gewährleisten: Kontaktfähigkeit der Begriffe in bezug auf andere Gegenstandsbereiche und andere systemtheoretische Forschungsrichtungen sowie Fähigkeit zur Einbeziehung aller Phänomene, die im alltäglichen Leben heutiger oder früherer Gesellschaften mit Religion assoziiert werden.

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